Zur Geschichte der Serkowitzer Volksoper

Im Jahre 1993 entstand in Dresden die "Erste Dresdner Off-Oper" und debütierte mit "Durch die Wälder, durch die Aua - eine deutsche Kummeroper nach Webers Freischütz". Die Produktion erlangte schnell Kultstatus; in den nächsten Jahren folgten weitere Musiktheaterprojekte, die mit den Namen Milko Kersten (musikalische Leitung) und Wolf-Dieter Gööck (Konzept und Regie) verbunden waren: "Arlecchino" von Ferruccio Busoni und "Sinn-Phonie Nr. 9 - die Montage eines Idols". Oberstes Prinzip war dabei stets der Spagat zwischen Respekt und Respektlosigkeit gegenüber dem musikalischen Erbe.

Ab 2003 erarbeiteten die immer wieder aus Studenten und Absolventen der Dresdner Musikhochschule neu zusammengestellten Ensembles alljährlich Musiktheaterproduktionen für den „Lausitzer Opernsommer“ in Cottbus. Hier kamen bis 2009 Stücke von Händel, Haydn, Mozart und Paisiello zur Aufführung, die auch dem ungeübten Zuschauer einen vergnüglichen Opernabend garantierten. Bisheriger Höhepunkt dieser Entwicklung war eine 2008 uraufgeführte Neubearbeitung von Mozarts „Zauberflöte“ – ein schräger Theaterabend, der Mozarts Meisterwerk vom Sockel holte.

In diesen 16 Jahren ist eine künstlerische Handschrift entstanden, die im Jahre 2011, nachdem der „Lausitzer Opernsommer“ 2010 aus Finanzierungsgründen eingestellt worden war, nach Dresden zurückkam – die SERKOWITZER VOLKSOPER wurde gegründet.

Opernaufführungen stehen gewöhnlich unter dem Verdacht, etwas elitär zu sein, Theater für ein Spezialpublikum mit entsprechender Vorbildung. Wenn die Serkowitzer Volksoper das Wort VOLK im Namen führt, so ist das ein Hinweis auf unseren Anspruch: eben diese Barriere abzubauen und Opern – bei hohem musikalischem Anspruch – so zu spielen, wie uns und den Leuten der Schnabel gewachsen ist.

Und so tritt die Serkowitzer Volksoper seither regelmäßig als unkonventionelles, bewegliches Musiktheaterensemble in Erscheinung, das mit seinen an Uraufführungen grenzenden Arbeiten inzwischen auch zunehmend über Sachsen hinaus gastiert. Es widmet sich dem heiteren Musiktheater und verbindet Ernsthaftigkeit, Albernheit und Wortwitz mit ungestümer Musizierkunst. Gespielt wird gern Open Air – Heimstatt ist die Zirkuswagenbühne in der beliebten Dresdner Sommerwirtschaft SALOPPE – sowie an ungewöhnlichen Aufführungsorten.

Regisseur, Sänger und Schauspieler Wolf-Dieter Gööck verantwortet die Texte und Dramaturgie der Inszenierungen – die musikalische Bearbeitung sowie die Leitung liegt in den Händen des Dresdner Dirigenten Milko Kersten, der für die Realisierung aus freischaffenden Musiker*innen das Ensemble „Musi nad Laben“ zusammenstellt.

Die Inszenierungen der vergangenen Jahre, die auch als Gastspiele im Repertoire sind, tragen Titel wie PRÄLUDIUM UND UNFUG (Bachs Bauernkantate und Kaffeekantate erhoben in den Rang des Musiktheaters), ORPHEUS IN DER UNTERHOSE (Werke von Gluck und Offenbach in eine Crossoper verpackt) oder DIE ENTFÜHRUNG AUF DEM JAHRMARKT (Goethe und Mozart zu einer Kabarett-Oper verwoben).

Die als Verein produzierende Serkowitzer Volksoper wurde 2018 von der Ostsächsischen Sparkasse Dresden und der Sächsischen Zeitung in der Kategorie Kultur als „Verein des Jahres 2017“ ausgezeichnet.

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